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Ökosystem


Ökosystem ist ein Fachbegriff der ökologischen Wissenschaften, mit dem die räumliche und/oder funktionale Wechselwirkung von Lebewesen und Lebensraum untereinander und miteinander gefasst werden soll. Je nach angewandtem erkenntnistheoretischen Ansatz unterscheiden sich dabei die Ansichten über "Wesen" und angemessene Beschreibung eines Ökosystems.

Spricht man von dem Ökosystem, bezeichnet es alle auf der Erde vorfindbaren Ökosysteme, d.h. die gesamte Biosphäre. Im allgemeinen Sprachgebauch wird 'Ökosystem' oft als Synonym für einen (ökologisch 'wertvollen') Ausschnitt der Erdoberfläche gebraucht.

Der Begriff "ökologisches System" wurde 1928 von dem Münchner Biologen und Limnologen Richard Woltereck eingeführt. 1935 verkürzte der britischen Biologe und Geobotaniker Arthur George Tansley den Begriff zu "ecosystem" (Ökosystem). Er beschrieb damit ein teilweise Beobachter-konstruiertes, gedankliches Isolat (mental isolate).

Eine allgemeingültige Definition für die Systemgrenzen von Ökosysteme gibt es nicht, sie orientieren sich meist an einem charakteristischen Übergangsbereich wie Waldrändern, Seeufern und Meeresküsten. Welche Kontraste die Grenzziehung entscheiden, hängt von der Fragestellung und der Bewertung der Faktoren ab, etwa der Gewichtung der Biozönose gegenüber dem 'nackten' Biotop. Bei der Einordnung in einzelne Ökosysteme besteht gegenüber recht unscharfen Zusammenfassungen wie Wald und Tiefsee oft ein an optisch dominanten (meist pflanzlichen) Lebewesen ausgerichtete Einteilung, z.B. Mangroven- und boreale Nadelwälder. Häufig werden die Ökosysteme auch an rein anorganischen, vor allem klimatischen und kartografischen Merkmalen festgemacht, beispielsweise Wüsten, Regenmoore, die Antarktis, das Ökosystem Stymfalia, die Pampa und Flaschengärten.

Die Lebewesen der Biozönose beeinflussen den Stoffkreislauf und werden beeinflusst durch die abiotischen Faktoren (Standortfaktoren). Die Organismen können grob unterteilt werden nach ihrer trophischen Funktion im System als
  • Primärproduzenten, die organische Stoffe aus anorganischen Stoffen und Energie (Sonnenlicht, chemische Energie) aufbauen, dies sind in erster Linie Pflanzen und autotrophe Bakterien.
  • Konsumenten, die sich von den Produzenten, anderen Konsumenten oder von Destruenten ernähren. Es handelt sich insbesondere um Tiere einschließlich des Menschen. Konsumenten geben dabei Kohlenstoffdioxid und mehr oder weniger nahrhafte und energiereiche organische Substanz ab (Urin, Kot, Körperabrieb, Haare und Leichen).
  • Destruenten, welche die (meist abgestorbenen) Produzenten und Konsumenten sowie deren Ausscheidungen abbauen und zuletzt mineralisieren, also wieder in abiotische Stoffe zurückführen. Dies sind insbesondere Bakterien und Pilze, aber auch Bodenwürmer (z. B. Nematoden und Oligochaeten) und Protozoen.

Durch das Ökosystem ist ein Fluss von Substanzen (z. B. Wasser), ja auch von einzelnen Elementen (C, N, P, etc.) verfolgbar und - mit großem Aufwand - bezifferbar und in Form von Stoffflussdiagrammen darstellbar. Gleiches gilt für den Energiefluss. Ein erheblicher Teil der Substanz in einem Ökosystem bewegt sich in Kreisläufen. Allerdings hängt dies von der Art des Ökosystems ab. So ist der Kreislaufanteil in einem Wald hoch, insbesondere für die Elemente, die nicht am Austausch mit der Atmosphäre teilnehmen (wie O, H, C und z. T. N). Dagegen ist das Ökosystem eines Flusses entscheidend geprägt vom ständigen Substanzdurchsatz.

Ökosysteme beeinflussen sich gegenseitig durch Substanz- und Energiefluss über ihre Grenzen hinweg. Es wird versucht, die Grenzen eines Ökosystems dort festzulegen, wo der wechselseitige Übergang an Einflüssen ein Minimum zeigt. Welche Einflüsse jedoch im Rahmen einer solchen Abgrenzung für wie wichtig gehalten werden, unterliegt v.a. dem Erkenntnisinteresse des Beobachters. Relativ gut begrenzbar sind z. B. Seen. Dennoch ist der Einfluss des gesamten Einzugsgebietes zu berücksichtigen. Da sich in diesem Gebiet andere benennbare Ökosysteme befinden (Wälder, Weiden, Siedlungen, Fließgewässer), kann sich die theoretische „Grenze“ des Ökosystems „See“ mit diesen anderen Ökosystemen überschneiden. Denkbar ist auch hier eine Zusammenfassung aller einzelnen Bestandteile des Einzugsgebiets zu einem Ökosystem. Ein solches Vorgehen kann beispielsweise sinnvoll sein, wenn Nährstoff-Flüsse untersucht werden sollen.

Letztlich beeinflussen alle Ökosysteme der Biosphäre einander, oft durch abiotische Faktoren wie den globalen Luft- und Wasserkreislauf. Z. B. beeinflussen marine Ökosysteme durch ihren Stoff- und Energiehaushalt die Atmosphäre und damit auch terrestrische Ökosysteme. Ein Beispiel globaler Wechselbeziehungen ist die Zunahme des Treibhauseffekts und der dadurch verursachte Klimawandel. Es ist jedoch schwierig, aus dieser Erkenntnis praktischen Nutzen zu ziehen, da meist die relative Stärke der Wechselwirkungen bekannt sein muss.

Quelle : wikipedia